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MOHILA, 2017/18

Die nicht selten äußerst prekäre ökonomische Situation der Kleinbauern Indiens macht es unumgänglich, dass die Frauen an der Seite ihrer Ehemänner in der Landwirtschaft arbeiten: In der Viehwirtschaft ebenso wie beim Pflanzen, Jäten, Dreschen, Düngen und Ernten. Sofern die Frauen nicht auf ihrem eigenen Land arbeiten, sind sie als Tagelöhnerinnen für andere Bauern und Großgrundbesitzer auf den Feldern tätig. Je niedriger der Lebensstandard ist, desto härter sind die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Frauen. Nach wie ist die Majorität nicht des Lesens und Schreibens mächtig.

Je nach Region und vorherrschender Ausprägung patriarchischer Strukturen tragen die Frauen sogar die Hauptlast der Arbeit. Fast schon irritierend mutet in dem Zusammenhang von harter körperlicher Arbeit bei oftmals großer Hitze die unglaubliche Anmut und Schönheit der Frauen an, wie sie allen Orten anzutreffen ist. In buntgemusterten Saris und mit Armreifen - Zeichen ihres Ehestatus - geschmückt, fügen sie sich in ein Schicksaal, wie es Frauen in westlich geprägten Industriegesellschaften kaum mehr vorstellbar ist.

Die Serie MOHILA (Hindi & Bengali für Frau) umfasst 70 Aufnahmen mit Portraits von Frauen während der Reisernte, aufgenommen mit Hilfe eines mobilen Studios auf den Feldern oder in unmittelbarer Nähe der Dreschplätze an den Dorfrändern.


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