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Geerbte Steine - Prora, das Seebad der Zwanzigtausend, 2002

"Es ist kaum zu glauben, welche Macht es einem kleinen Geist über seine Mitwelt verleiht, wenn er in so großen Verhält- nissen auftreten kann." (Adolf Hitler)

Das Seebad der Zwanzigtausend wurde als gigantische Urlaubsanlage der Organisation "Kraft durch Freude" unter der Leitung von Reichsarbeitsführer Robert Ley gebaut. Das über vier Kilometer lange Bauwerk ist nie fertig gestellt worden.

Von Hitler initiiert, stellt diese monu- mentale Anlage einen noch heute auf der Insel Rügen sichtbaren Beweis für die langfristig gescheiterte faschistische Strategie der Massenbeeinflussung dar. Der nationalsozialistische Mensch sollte durch Größe klein gemacht werden, sich aber gleichzeitig als Teil eines großen Ganzen verstehen und wichtig fühlen. Diese Illu- sion von Bedeutung kaschierte die völlige Bedeutungslosigkeit des Individuums, die sich im zweiten Weltkrieg als furchtbare Realität demaskierte.

In der Gegenüberstellung der Bauwerke des Reichsparteitagsgeländes und des Seebades wird deutlich, wie effizient das national- sozialistische System jeden Einzelnen, Nürnberg im öffentlichen und Prora im privaten Bereich, zu erreichen und zu ma- nipulieren suchte.


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