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Ausstellung: I can only see things when I move

Sächsische Zeitung

Fotografie? Siebdruck? Lithografie? Zeitgenössisches auf Papier!

Das Kupferstich-Kabinett gibt in einer Sonderschau Einblicke in Erwerbungen und zeigt, welcher Mittel sich die Künstler heute bedienen.

In der zeitgenössischen Grafik ist kaum etwas wie es scheint. Dank digitaler Aufnahmeverfahren und modernster Drucktechnik haben die Künstler die Grenzen zwischen Fotografie und Siebdruck aufgehoben. Sie erschaffen Lithografien, die aus der Ferne aussehen wie ein Foto und aus der Nähe wie eine Zeichnung. Drucken vom Holzstock, den sie mit einem Laser bearbeitet haben, für den wiederum ein Computerprogramm geschrieben werden musste. Manch einer zeichnet sogar. Mit dem Stift. Doch selten ergibt das eine eigene Werkgruppe, eher verdeutlicht es den Prozess, der zu einem Gemälde, einer Skulptur, einer Rauminstallation führt.

Alles ist in Bewegung, das sagt die neue Ausstellung des Dresdner Kupferstich-Kabinetts schon in ihrem Titel: "I can only see things when I move" - Ich kann die Dinge nur erkennen, wenn ich mich bewege. Diesen Titel haben sich die Kuratoren von einer Arbeit des Dänen Olafur Eliasson geborgt, die unlängst ins Kabinett kam.

Die Schau zeigt Erwerbungen zeitgenössischer Kunst und lässt den Besucher ab heute miterleben, wohin das altehrwürdige Dresdner Kupferstich-Kabinett sich entwickelt, in welche Richtungen es seine Sammlungsbestände an Gegenwartskunst vervollkommnet. Wichtige Namen, wichtige Blätter - um nur einige zu nennen: Eberhard HAvekost und Thomas Scheibnitz, Thomas Demand und Eberhard Göschel, Fred Sandback und Keisuke Yamamoto, Anja Bohnhof/Karen Weinert und Peter Fischli/David Weiss, Jürgen Schön und Anton Würth, Candida Höfer und Ricarda Roggan, Per Kirkeby und Hermann Nitsch.

Wie gesagt, nichts ist wie es scheint: 80 Prozent der Neuzugänge sind keine Erwerbungen, sondern dem Kupferstich-Kabinett großzügig geschenkt worden - von den Künstlern, von Sammlern, vom Freundeskreis des Museums.

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